Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen

Reformationsjubiläum 1517 - 2017

Print

Der Count Down läuft

Der Count Down für 2017 läuft. Mit  Gottesdiensten am 31.10.2016 begann das Gedenkjahr. „Total verluthert“ titelte jüngst eine Wochenzeitung. Bei uns nicht! Wir wissen um die Bedeutung des Wittenberger und um seine Schattenseiten. Die Reformation in der Mark Brandenburg aber nahm einen eigenen Weg. Sie orientierte sich an Luther, doch war sie gleichermaßen um Erneuerung wie um Kontinuität bemüht und später sogar offen für reformierte Zuwanderer. Von Anfang an „richtig lutherisch“ waren allein die südbrandenburgischen Gemeinden, die bis 1815 zu Sachsen gehörten. In der Lausitz  dagegen herrschte immer eine große Vielfalt.  Klingt kompliziert. Die Veränderungen, die die Reformation mit sich brachte, waren aber überall ähnlich.  Ausstellungen im Stadtraum unter dem Titel "Prediger und Bürger" vermitteln schon jetzt in vielen brandenburgischen Städten ein plastisches Bild vom Einfluss der Reformation auf den städtischen Alltag  (www.prediger-und-buerger.de). Ein Projekt, an dem sich Kirchengemeinden,  Kommunen,  Regionalmuseen, unterstützt von der brandenburgischen Landesregierung, beteiligen.
In der Berliner St. Nikolaikirche, die zur Stiftung Stadtmuseum gehört, kann man ab dem 31.10.17 staunen, zu welchen Merkwürdigkeiten die Lutherverehrung bis heute fähig ist: „St. Luther“ heißt der Titel der kleinen, aber feinen Ausstellung. St. Nikolai in Berlin-Mitte wird auch vom 26.-28.4.17 im Fokus stehen, wenn wir anlässlich des „Europäischen Stationenweges“ an das Wirken und die Wirkung des protestantischen Liederdichters Paul Gerhardt erinnern.
Dass „Reformation“  weiterhin notwendig ist, zeigt der Streit um die Zukunft  der Lausitz.  Vom 10.5.-12.5.17 macht der Europäische Stationenweg  in Kerkwitz (bei Guben)  halt.  In einem  großen Truck  werden Geschichten von Reformation und Veränderung aus 67 Städten in Europa  zu betrachten sein. Welche reformatorischen Ideen, welche Erfahrungen und  Ressourcen haben die Menschen in der Lausitz  für ein Leben nach der Braunkohle?
Die Ausstellung “Bürger, Pfarrer, Professoren – St. Marien in Frankfurt  (Oder) und die Reformation in Brandenburg“ eröffnet am 5.5.17 den Reigen der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum im Land  Brandenburg. Im Dom zu Brandenburg wird man ebenfalls ab dem  5.5.17 in einer Ausstellung erkennen können, dass „Recycling“ nicht erst eine Erfindung unserer Zeit ist. Vieles, was  im Zuge der Reformation zunächst nicht mehr gebraucht wurde – prächtige Chorgewänder, Bilder, Altäre  -  wurde umgewandelt und dann weiter verwendet.  
Während die Brandenburger Domherrn  gegenüber den  Ideen Luthers fremdelten, gingen die Bürger der Stadt Brandenburg an der Havel  beherzt daran, Kirche und Stadt zu reformieren. Dafür steht beispielhaft die Innenausstattung der St. Gotthardtkirche; ihr wird eine besondere Ausstellung ab dem 14.5.17 gewidmet sein. 
Vom 24.-28.5.17 wird der Deutsche Ev. Kirchentag in Berlin und Wittenberg Hundertausende Besucher aus Deutschland und dem Ausland in unsere Region locken. In Potsdam stehen zwei Themen in Mittelpunkt, für die es hier große Sachkenntnis gibt:  der Klimawandel und die Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn. Der Kirchentag schließt am 28.5.17 mit einem Festgottesdienst auf den Elbwiesen  südöstlich von Wittenberg. Dann beginnt in Wittenberg ein umfangreiches Programm zum Reformationsjubiläum, das bis in den September reicht.
Am 8.9.17 eröffnet im Potsdamer  Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte die zentrale Ausstellung des Landes Brandenburg: Reformation und Freiheit – Luther und die Folgen für Preußen und BrandenburgDem Thema „Freiheit“ wird am 10.9.17 ein ganzer Tag gewidmet sein, im Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte sowie an anderen Orten in Brandenburg.   Viele weitere Veranstaltungen  zum Reformationsjubiläum  laden Besucherinnen und Besucher im Jahr  2017 ein, z.B. in Bad Wilsnack, in Bernau, in Prenzlau, in Eberswalde, Luckau oder in Jüterbog –  wo  mit Tetzels Ablassverkauf  1517 alles begann.
Und die Ökumene? Wir wissen, dass eine Profilierung auf Kosten der römisch-katholischen, der orthodoxen und freikirchlichen Geschwister dem Geist des Evangeliums widersprechen würde. Bei allen Unterschieden und auch Gegensätzen werden wir auch 2017 nach dem suchen, was uns miteinander verbindet. Dem dient die Vortrags- und Gesprächsreihe „500 Jahre Reformation – die heilende Wirkung der Erinnerung“, die das Erzbistum Berlin und die EKBO gemeinsam im Februar 2017 in der St. Matthäuskirche veranstalten, mit Volker Leppin, Johanna Rahner, Dorothea Wendebourg, Udo si Fabio und weitern namhaften Persönlichkeiten. Im Zeichen ökumenischer Verständigung stehen die evangelisch-katholischen  Versöhnungsgottesdienste „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ am 11.3.17 in Görlitz und am 30.3.17 in Berlin  und die „Christuswoche“ Ende Oktober/Anfang November 2017, mit Veranstaltungen zur Diakonie, zur Umweltverantwortung und zur Bedeutung von Kunst und Musik.
Am 31.10.2017 wird schließlich in den evangelischen Kirchen  mit Festgottesdiensten des Beginns der Reformation vor 500 Jahren gedacht werden.
Einen aktuellen Überblick über die Veranstaltungen erhalten Sie stets auf dieser Seite.

Bernd Krebs