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Freiheit wagen – Ein Glaubenskurs zur Reformation

Ein Glaubenskurs zur Reformation. Wichern-Verlag

Ein Glaubenskurs zur Reformation. Wichern-Verlag

Dass 2017 das Jahr des Reformationsjubiläums ist, wird wohl niemandem, der sich auch nur entfernt für die Kirche und den christlichen Glauben interessiert, verborgen geblieben sein. Klar: Luther, Thesenanschlag, Kirchenspaltung und so weiter – dem Staat ist das am 31.10. sogar einen bundesdeutschen Feiertag wert. Aber was genau wird da nun eigentlich gefeiert? Was bedeutet „Reformation“, wie hat diese Lehre die Welt ganz grundsätzlich verändert, welche Werte, welche Politik, welchen Glauben symbolisiert die Figur Martin Luther heute?

All das verhandelt das Arbeitsbuch „Freiheit wagen – Ein Glaubenskurs zur Reformation“, das der Wichern-Verlag soeben veröffentlicht hat. Auf 120 Seiten haben die Herausgeber 56 Beiträge gesammelt, die zuvor schon in der Wochenzeitung „dieKirche“ erschienen sind. Die Artikel sind so unterschiedlich wie ihre Autoren: Historiker, Theologen und Journalisten mit ganz verschiedenen Prägungen denken hier über die Reformation, ihre Ursprünge, ihre Protagonisten und ihre Folgen nach. 

So schreibt zum Beispiel Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD, über die vielen Irrtümer der Kirche, die schon Luther im 16. Jahrhundert kritisierte, während Johannes Schilling, Professor für Kirchengeschichte in Kiel, das Auftreten Luthers auf dem Reichstag in Worms 1521 als „Geburtsstunde der Gewissensfreiheit“ bezeichnet. Christiane Tietz, die in Zürich Systematische Theologie unterrichtet, liefert interessante Gedanken zur Frage, die Luther bereits in seinen Schriften schwer beschäftigte: „Hat der Mensch einen freien Willen? Kann er sich für oder gegen Gott entscheiden?“ Und der Bischof der EKBO Markus Dröge fragt sich, was es für uns und unsere Gesellschaft heißt, dass der Mensch zur Freiheit berufen ist.

Die umfangreiche Broschüre beleuchtet die Reformation von allen Seiten: Einerseits ist Martin Luther schließlich noch immer ein leuchtendes Beispiel, wenn Widerstand gegen die Obrigkeit gefragt ist. Gerade in Zeiten, in denen die eine Hälfte der Welt sich vom digitalen Mainstream anführen lässt, während die andere Hälfte sich aus Angst mit ganz realen Mauern und Zäunen abschotten möchte, kann ein unkonformistischer, streitbarer Geist wie Luther als Vorbild dienen. Andererseits pflegte auch Luther seine Vorurteile, seinen Hass und blinde Flecken: Fünf Artikel des Arbeitsbuchs sind deshalb der „dunklen Seite der Reformation“ gewidmet, hier wird Luthers Umgang mit Juden und Türken beleuchtet und sein Teufels- und Dämonenglaube analysiert. 

Spannend auch das Thema, mit dem sich die Pfarrerin Angelika Obert beschäftigt: Wie stellen heutige Regisseure Martin Luther im Film dar – und wie haben Filmemacher im Nationalsozialisten die Figur Martin Luther präsentiert? Am Ende fragt Margot Käßmann, Botschafterin der EKD fürs Reformationsjubiläum „500 Jahre Reformation... Und was nun?“ 
Ein offenes Ende. 

Text: Barbara Behrendt

Infos und Bestellung: http://www.wichern.de/produkt/freiheit-wagen-ein-glaubenskurs-zur-reformation/

 

 

Letzte Änderung am: 02.02.2017