Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen

Reformationsjubiläum 1517 - 2017

RSSPrint

Mit einem „DANKE – Abend“ in der Villa Elisabeth in Berlin-Mitte hat die EKBO am 29.11.2017  Initiatoren, Projektträgern und Netzwerkern den Dank für ihr Engagement in Vorbereitung und Durchführung des Reformationsjubiläums 2017 ausgesprochen.
Im Verlauf des Abends wurde in zwei Gesprächsrunden, moderiert von der rbb-Journalistin Ulrike Bieritz, nach dem Ertrag der zurückliegenden Jahre und – wo möglich – nach Perspektiven der Weiterarbeit gefragt. Im Videofenster oben können Sie einen Film über den Abend sehen, den der Filmemacher Mathias Kindler produziert hat und die Mitschnitte der beiden Diskussionsrunden.

Im Auftrag der Kirchenleitung hatte die „Arbeitsgruppe Reformationsdekade“ seit 2012 in den Themenjahren  und zum Reformationsjubiläum 127 Projekte (ko-) gefördert.
Eine Auswahl finden Sie in der folgenden Bildleiste.

Die thematische Breite der Projekte ist beeindruckend. Hier kommt ein tiefes Bedürfnis nach Vergewisserung und Klärung zum Ausdruck, das viele Menschen – ob konfessionell gebunden oder konfessionslos – verbindet:  Woher kommen wir? Was hat uns geprägt? Welches sind die Werte,  denen wir uns verbunden und verpflichtet sehen?  
Die Themenvielfalt zeigt zudem: die Geschichte einer Region ist mehr als eine Ansammlung von Artefakten, Gebäuden und Kulturgütern. In Kirchen, Museen, Archiven, Galerien, Bibliotheken, Theatern und Konzertsäle  wird das kulturelle Gedächtnis wachgehalten und  befragt, auf der Suche nach Antworten für die Gegenwart, in kritischer Rückfrage und Abwägung.
Dass die Begegnung mit der Reformationsgeschichte  und ihrer Wirkung auch Interessierte aus anderen Regionen zu mobilisieren vermag, darauf haben die Touristiker frühzeitig hingewiesen und entsprechende Programmangebote  entwickelt. Auch das gehört zu den positiven Erfahrungen während der letzten Jahre.
Entgegen anfänglichen Irritationen stand das Reformationsjubiläum 2017  auch im Zeichen ökumenischer Kooperation. Davon zeugen u.a. die gemeinsam mit dem Erzbistum Berlin und dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) im Februar 2017 veranstaltete Vortragsreihe („500 Jahre Reformation – von der heilenden Wirkung der Erinnerung“), die Buß– und Versöhnungsgottesdienste im März 2017 in Cottbus (zusammen mit dem Bistum Görlitz) und in Berlin (zusammen mit dem Erzbistum Berlin) und die zusammen mit dem Erzbistum Berlin und dem ÖRBB vorbereitete Veranstaltungsreihe „In Christus verbunden – Ökumenische Woche zum Reformationsjubiläum 2017“ vom 22.10 – 31.10.17.
Die Mehrheit der  geförderten Projekte wurde in der Kooperation verschiedener Träger entwickelt und durchgeführt (z.B. Kirchengemeinden, Kirchenkreise, kommunale Einrichtungen, Initiativen „vor Ort“, Künstler*innen, Museen). Dabei konnten weitere Fördermittel eingeworben werden (Landesförderung, Mittel der Staatsministerin für Kultur und Medien/BKM sowie weiterer Sponsoren wie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung). 
Die Kooperationen haben kenntlich gemacht: staatliche Institutionen und kirchliche Träger können, in Wahrnehmung ihrer jeweiligen Aufgaben, höchst produktiv zusammenarbeiten; jeder Akteur konnte frei entscheiden, welche Schwerpunkte er setzen und mit welchen Partnern er kooperieren wollte. Das ist ein Charakteristikum einer pluralistischen, demokratisch verfassten Gesellschaft  und unterscheidet diese von anderen Staatsformen, in denen das „Narrativ“ für Jubiläen staatlicherseits oder von der „staatstragenden Partei“ vorgegeben wird  bzw. wurde. Gerade hier im Osten war und ist das eine wichtige Erkenntnis des Reformationsjubiläums 2017.
Die Vielzahl der Institutionen  und die große Breite der geförderten Projekte haben dazu beigetragen, dass das Bewusstsein für die Reformation und ihren Beitrag zur sozialen, spirituellen und politischen Entwicklung  in unserer Region geschärft wurde.
Vielerorts konnten neue Sichtweisen auf die Reformationsgeschichte und ihre Wirkung erarbeitet  und  vermittelt werden: z.B. in Jüterbog zur Bedeutung der spätmittelalterlichen Frömmigkeit, der Rolle des Ablass  und des Ablasspredigers  Tetzel,  in der St. Marienkiche in Bernau zur Kontinuität der Kirchenausstattungen, in Brandenburg a. d. Havel zur Bedeutung der Bürgerkirche  St. Gotthard für die  Stadtgeschichte, der  Beitrag der Bürger sowie der Universität bei der Durchsetzung der Reformation in Frankfurt/Oder, in Treuenbrietzen, Luckau und anderen Orten, wo der Einfluss der Reformation auf den  städtischen Alltag dokumentiert wird, schließlich zu Luthers Haltung zum Judentum und dessen Wirkung bis in die Gegenwart.
Die im Zuge des Reformationsjubiläums entstandenen Kooperationen haben  wechselseitiges Vertrauen zwischen den Beteiligten entstehen lassen und gestärkt; das wird über  2017 hinaus wirken, etwa bei Anschlussprojekten oder bei der Entwicklung neuer Ideen und  neue Projekte.


Pfarrer Dr. Bernd Krebs – Beauftragter für das Reformationsjubiläum 2017

Letzte Änderung am: 03.01.2018